Meilensteine der Clay-Entwicklung


Die Erfindung des Clays - Eine Erfolgsstory

Die ersten Automobile waren kutschenartige Konstruktionen, in die man die gerade erfundenen Benzin- und Dieselmotoren einbaute. 

Bereits nach kurzer Zeit aber stiegen die Ansprüche der Kunden und mit ihnen das Verlangen nach schnelleren, bequemeren und schöneren Fortbewegungsmitteln. Dies rief eine große Anzahl Karosseriebauer auf den Plan, die auch individuelle Wünsche - besonders in Hollywood - umsetzen konnten.

Etwa um 1920 kam ein junger Mann und Sohn eines Karosseriebauers auf die Idee, Interessenten ein kleines Modell aus natürlichem Ton (Clay zu formen). So konnten einzelne Wünsche schnell erfasst und sichtbar gemacht werden.

Besonders interessant machte dieses Verfahren, dass Änderungswünsche nach der Präsentation am Tonmodell leicht zu realisieren waren.

Im nächsten Schritt wurde eine Modelliermasse entwickelt, die frei von Nachteilen wie Austrocknen, Schrumpfen und Reißen war. Ein Plastilin-Hersteller in den USA übernahm Entwicklung, Produktion und Vermarktung dieses Produkts, das "Styling Clay" oder einfach nur "Clay" genannt wurde.

Dieser Hersteller belieferte zunächst die Design-Studios der Automobil-Industrie in den USA und nach und nach auch Autofirmen weltweit.

In USA, Asien und Europa tauchten so immer mehr Clay-Hersteller auf. Das hatte Folgen!

Etwa im Jahr 1980 kontaktierte ein deutscher Automobilhersteller die Firma EBERHARD FABER (zu dieser Zeit ein Tochterunternehmen von STAEDTLER), das unter anderem Plastiline (FIMO, Kinderknete etc.) für verschiedene Anwendungen produzierte und vertrieb, und regte die Entwicklung eines optimierten Clays für den Design-Modellbau an. 

In einer vertrauensvollen Kooperation zwischen den Entwicklern bei STAEDTLER und den Designern entstand in vielen Versuchen eine Rezeptur, nach der mit ausgewählten Rohstoffen in mehreren Fertigungsschritten ein synthetischer Werkstoff hergestellt werden konnte - ein Clay, der genau den Vorgaben der Designer entsprach: gut modellierbar, reißfest, formstabil bei Raumtemperatur sowie von gleichbleibender Konsistenz und Farbe. 3D-Design-Modelle aus Clay, sind bei der Formfindung neuer Entwürfe unverzichtbar.

Mit dem neuen Clay aus dem Hause STAEDTLER können Maßstabs- und 1:1-Modelle manuell und mit der CNC-Fräse angefertigt werden.

Dieser Clay wurde Marsclay (früher Faberclay) genannt. Dem Werkstoff wurde die gleiche Sorgfalt und Aufmerksamkeit bei STAEDTLER gewidmet, wie allen anderen Marken mit dem STAEDTLER-Logo.

Das neue hochwertige Produkt eines zuverlässigen deutschen Herstellers, das von der Rohstoffauswahl bis zum Fertigungsprozess von einer strengen Qualitätskontrolle begleitet wird, wurde allen deutschen Automobilherstellern vorgestellt und begeistert angenommen.

Bald wurde Marsclay auch in England, Spanien, Italien, Frankreich, Schweden und der Tschechei verwendet. Marsclay erlangte Bekanntschaft und hohe Anerkennung bei seinen Anwendern und so folgten die USA, Brasilien, China, Süd-Korea, Japan und Australien.

Um das Jahr 2000 forderte die Automobilindustrie, das Gewicht des Clay zu reduzieren. Da die Automobile größer und die 1:1-Modelle schwerer wurden, stieß man schnell an Grenzen des Studio-Equipments. Bei STAEDTLER wurde die Entwicklung gestartet und es entstand der neue Marsclay Light - 40% leichter als der bisherige Clay. 

Heute werden - nach spezifischer Aufgabenstellung der Automobilhersteller - beide Sorten parallel verwendet. STAEDTLER beliefert alle deutschen, nahezu alle europäischen und viele große und kleine Hersteller in der ganzen Welt.

Durch die Übernahme der Firma Franz Kolb GmbH im Jahr 2009 wurde das bestehende Sortiment mit den Kolb-Clays abgerundet.

Weitestgehend in der Automobilindustrie eingesetzt, entdecken auch immer mehr Schulen und Künstler die Vorteile von Clay.

Heute ist STAEDTLER das weltweit führende Unternehmen im Markt für Styling Clay.